Herr Kummer beantwortet gern Fragen aus der Bevölkerung. Das Chemnitzer Stadtmagazin 371 bietet ihm hierfür ein monatliches Podium. Hier die Langversion der Texte.
Lieber Herr Kummer, was stelle ich mit Büchern an, die ich nicht mehr gebrauchen kann? Ein Ratgeber für Linkshänder oder aber die Mathe Abiturhilfe von 2003 ist Literatur, auf die ich in meinem Bücherregal lieber verzichten würde. Verbrennen ist keine Alternative, wie uns nicht nur die Geschichte gelehrt hat. Aber wohin nur mit diesem unnützen Altpapier?
Dieses Problem ist auch mir bekannt. In meinem Besitz befinden sich zum Beispiel die Werke „Neue Ideen für Kinderpartys“, „Selbst bauen und gestalten mit Ziegelsteinen“ und selbstverständlich ein Buch mit Sinnsprüchen des Dalai Lama. Wohin damit?
Wer erinnert sich noch an den langweiligen Tatort-Kommissar und gescheiterten Bundespräsidenten-Kandidaten Peter Sodann? Dieser Herr konnte sich nicht damit abfinden, dass Tonnen von alten Schmökern in den Abfall wandern und gründete den Peter-Sodann-Bibliothek e.V. in Staucha / Sachsen. Dort können allerdings nur Bücher aus der DDR-Epoche abgegeben werden. Vielleicht gründet aber die eingeschnappte Leberwurst Horst Köhler eine Sammelstelle für unnütze Bücher aus Nach-Wende-Zeiten in einem alten Bergwerk oder einem stillgelegten Reaktorbau. Zunächst musste unser ehemaliger Bundespräsident aber erst einmal im Amtssitz Schloss Bellevue ausmisten. Angeblich hatte Horst Köhler während seiner Amtszeit das ganze Schloss mit Liebesbriefen und Präsenten aus der Bevölkerung vollgeramscht. Der Nachfolger in dieser Position war bekanntlich Christian Wulff. Der Amtssitz verkam zu einer echten Lotterbude. Luxusuhren, Bobbycars, geschenkte Klamotten, Kochbücher und Sylt - Prospekte stapelten sich in den Fluren. Jede Menge Quittungen, Steuerpapiere und Übernachtungsbelege flatterten durchs herrschaftliche Haus. Mit einem missglückten großen Zapfenstreich verabschiedete sich Wulff vom undankbaren Volk. Diese Männer braucht beim Ausräumen Hilfe, haben sich Regierung und Opposition gedacht und als neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck installiert. Durch seine Erfahrungen als Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Stasi, besitzt er große Kenntnisse des Archivierens und Sortierens und soll nun Ordnung ins Chaos bringen.
Eine vielversprechende Idee ist auch, überflüssige Bücher zur Wärmedämmung an alte Gebäude zu nageln oder sie zum Dammbau in Hochwasser gefährdeten Landstrichen zu verwenden. Für sensible Gemüter taugen diese Vorschläge allerdings nicht. Die nordkoreanischen Diktatoren Kim II Sung und Kim Jong II haben in ihrem Land ein viel beachtetes „Museum für Völkerfreundschaft“ errichtet. In dem riesigen Gebäudekomplex, gelegen im idyllischen Myohyang Gebirge, werden Geschenke gesammelt, welche die beiden geliebten Volksführer im Laufe ihrer Regierungszeit aus aller Welt zugesandt bekommen haben. Man könnte also ein großes Buchpaket mit der Aufschrift „Geschenk für den heiß geliebten Kim“ versehen und abschicken, und schon wäre man von einigem Ballast befreit. Die Vorstellung, in einer nordkoreanischen Glasvitrine stünde das Werk „Mathe Abiturhilfe“ versehen mit der Erklärung „Geschenk eines Chemnitzer Proletariers“, wäre obendrein sehr reizvoll.
Aus der düsteren Welt des Klassenkampfes kommt die Vision, dass es in Folge von Wirtschaftskrise, Einschnitten im sozialen Bereich und Unzufriedenheit mit dem herrschenden System durchaus zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommen wird. Man könnte die Unruhen schüren und dann seine unnützen Bücher zum Zwecke des Barrikadenbauens anbieten. Beim Spartakus Aufstand 1919 verschanzten sich Kämpfer im Berliner Zeitungsviertel schließlich auch erfolgreich hinter Stapeln aus Zeitungen und Büchern.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Herr
Kummer beantwortet gern Fragen aus der Bevölkerung. Das Chemnitzer
Stadtmagazin 371 bietet ihm hierfür ein monatliches Podium. Hier die
Langversion des Textes vom September.
Lieber Herr Kummer, vor kurzem hörte ich
von einer Band, deren Schlagzeuger sich beide Arme aufgrund von
Calciummangel brach. Der wiederum wurde durch den Veganismus des
Schlagzeugers hervorgerufen. Warum bekennen sich trotzdem immer mehr
Menschen dazu, kein Fleisch zu essen? Und: Dürfen Veganer eigentlich
Fingernägel kauen ?
So lange, wie bei den Vegetariern nur auf Wurst und Fleisch verzichtet, Eier und Milchprodukte aber verzehrt werden, besteht keine Gefahr eines Calciummangels. Die Veganer lehnen allerdings sämtliche Tierprodukte strikt ab. Nach der Nationalen Verzehrstudie von 2008 ernähren sich in Deutschland 0,1% der Bevölkerung vegan, immerhin circa 80.000 Menschen.Völlig neu ist diese Form der Ernährung unter Musikern jedenfalls nicht. Seit Jahren gibt es vegane Festivals. Das Radix Festival in Mannheim, Veganmania Innsbruck oder das National Vegan Festival in London fallen mir spontan ein. Als der berühmte Veganer und Wanderprophet Friedrich Muck Lamberty 1920 mit seiner Schar durch die sächsisch-thüringischen Lande zog, wurde mit Klampfe und Fidel musiziert und tausende Menschen auf den Marktplätzen von Kronach bis Erfurt führten ekstatische Massentänze auf. So beliebt war vegane Unterhaltungsmusik vorher und nachher nie wieder. In den Beschreibungen der Zeitzeugen des sogenannten „Tanztaumels“ war von Schlagzeugern allerdings nie die Rede.
Für die heutige Jugendmusik sind Drum-Sounds allerdings unverzichtbar. Schlagzeuger einer Rockband müssen, wie Sportwissenschaftler der TU Chemnitz im Rahmen einer aufwändigen Studie herausfanden, mindestens so fit sein wie die Stars unserer Fußballnationalmannschaft. Vegane Musikprofis sollten sich ihrer calziumarmen Kost bewusst sein, denn Mangelernährung kann schlimme Folgen haben. Aufklärung tut Not, denn die abgebrochenen dünnen Ärmchen von Schlagzeugern müssen leider allzu oft von den Konzertbühnen unserer Republik gekehrt werden. Dabei ist die Lösung des Problems recht einfach. Für alle, die auf Milchprodukte verzichten wollen, bildet calciumreiches Heilwasser eine wertvolle und Knochen stärkende Ergänzung des täglichen Speiseplans. Denn Calcium, gelöst in Wasser, wird ebenso gut vom Körper aufgenommen wie aus Milch.
Kommen wir nun zu Tipps für alle, die nicht gar so zartbesaitet sind und keine größeren Probleme mit körpereigenen Erzeugnissen haben. Wer kein Heilwasser kaufen möchte oder kann, dem wird von führenden Ernährungswissenschaftlern empfohlen, seine Fingernägel zu verspeisen. Abgeschnittene Fingernägel landen immer noch allzu oft im Müll, dabei sind sie wertvolle und preiswerte Calciumspender. Veganer sollten sich weiterhin unbedingt um die Produkte ihrer Nase kümmern. Der gewöhnliche Popel ist zwar arm an Vitaminen, hat aber reichlich Mineralstoffe zu bieten, die weit über ein handelsübliches Nahrungsergänzungspräparat hinausgehen. Weiterhin ist veganen Schlagzeugern eine vertrauensvolle Aussprache mit dem Hausarzt zum Thema `Eigenurintherapie` zu empfehlen. Überall ist Calcium zu finden. Der im Leserbrief erwähnte Musiker hat sich also die Arme nicht wegen Veganismus, sondern wegen mangelndem Ernährungswissen gebrochen.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Herr Kummer beantwortet gern Fragen aus der Bevölkerung. Das Chemnitzer Stadtmagazin 371 bietet ihm hierfür ein monatliches Podium. Hier die Langversion des Textes vom Oktober.
Lieber Herr Kummer, als langjährige
Bewohnerin von Chemnitz denke ich oft an meine Kindheit im Südwesten
Deutschlands zurück und frage mich: Was ist nur aus den
Gartenzwergen geworden? Ich habe schon ewig keine gesehen? Gibt es in
Chemnitz zu wenige Gärten, Vorbehalte gegen Zwerge oder schlicht
keine Fabrik mehr, die welche herstellt?
Der klassische Terrakotta-Gartenzwerg ist maximal 70 cm groß, hat eine Zipfelmütze, einen schönen Bart und ist männlich. Er ist meist Gärtnern oder Bergleuten nachempfunden. Die typischen Accessoires sind Laterne, Schubkarre, Schürze und Schaufel. Nach seriösen Schätzungen gibt es aktuell in deutschen Haushalten etwa 25 Millionen Gartenzwerge. Als der Papst dieser Tage durch die Hauptstadt gebummelt ist, hat er ganz sicher keine Zwerge gesehen, sondern viele unförmige, quietschbunte Plastikfiguren. Diese, den öffentlichen Raum verunzierenden Gebilde nennen sich Buddy-Bären. Das Goethe-Institut und sogar der Generalsekretär der Vereinten Nationen lobten diese Machwerke und unser ehemaliger Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete sie als „Botschafter Berlins und eines weltoffenen Deutschlands“. Klar, dass es in Berlin keinen Platz mehr für Gartenzwerge gibt. Chemnitz ist aber bislang von der Buddy-Bären Plage verschont geblieben. Da stellt sich natürlich die berechtigte Frage: Wieso sieht man hierzulande keine Gartenzwerge mehr? Chemnitz ist bekannt als naturnahe Stadt, Platz gäbe es hier genug, aber vielleicht wurden die fragilen Terrakotta-Figuren durch eine veränderte Nutzung von Vor- und Kleingärten verdrängt. Wo früher ordentliche Bürger mit guten Manieren ehrfürchtig die Zwergenwelten betrachteten, toben jetzt verzogene Kleinkinder, Radfahrer und riesige Hunde über die Rasenflächen. Außerdem wurden die Gartenzwerge als Inbegriff des Spießbürgertums, als Zeichen des schlechten Geschmacks verfolgt, mit einem Tiefpunkt des Ansehens Ende der 1960er Jahre. Eine weitere Gefahr für die Figuren entstand vor 10 Jahren durch die „Front zur Befreiung der Gartenzwerge“, deren Anhänger die Zwerge aus Vorgärten „befreiten“ und oft in ihrem „natürlichen Lebensraum“, den Wäldern aussetzten. Die verunsicherten Besitzer von Gartenzwergen verstecken derzeit offensichtlich ihre Lieblinge hinter hohen Hecken, in Kellern und Vitrinen.
Wer die Terrakotta-Wichtel in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt sehen möchte, muss nach Thüringen reisen. Hier werden die putzigen Figuren z. b. von der Gartenzwergmanufaktur Günter Griebel in liebevoller Handarbeit hergestellt. Dort gibt es auch ein geschütztes Gebiet für über 2500 Figuren, den Zwergenpark Trusetal. Reservate und Verstecke sind natürlich keine befriedigende Lösung. Gartenzwerge gehören in die Gärten einer modernen und toleranten Stadt wie Chemnitz. Bürger stellt eure 25 Millionen Lieblinge wieder selbstbewusst in die Öffentlichkeit!
Eine gefährliche Gruppierung, die FDP, wurde bekanntlich bei den letzten Wahlen auf Zwergenniveau geschrumpft. Wir müssen jetzt aufpassen, dass diese unberechenbare Splitterpartei in ihrer panischen Suche nach populären Betätigungsfeldern sich nicht der Gartenwichtelproblematik annimmt.Was aus den FDP Themen „mehr Netto vom Brutto, Postgesetz, Schlecker Insolvenz“ und „geordnete Insolvenz“ wurde konnte jeder verfolgen und vor diesem grausamen Schicksal sollten die Gartenzwerge bewahrt werden.
Der klassische Terrakotta-Gartenzwerg ist maximal 70 cm groß, hat eine Zipfelmütze, einen schönen Bart und ist männlich. Er ist meist Gärtnern oder Bergleuten nachempfunden. Die typischen Accessoires sind Laterne, Schubkarre, Schürze und Schaufel. Nach seriösen Schätzungen gibt es aktuell in deutschen Haushalten etwa 25 Millionen Gartenzwerge. Als der Papst dieser Tage durch die Hauptstadt gebummelt ist, hat er ganz sicher keine Zwerge gesehen, sondern viele unförmige, quietschbunte Plastikfiguren. Diese, den öffentlichen Raum verunzierenden Gebilde nennen sich Buddy-Bären. Das Goethe-Institut und sogar der Generalsekretär der Vereinten Nationen lobten diese Machwerke und unser ehemaliger Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete sie als „Botschafter Berlins und eines weltoffenen Deutschlands“. Klar, dass es in Berlin keinen Platz mehr für Gartenzwerge gibt. Chemnitz ist aber bislang von der Buddy-Bären Plage verschont geblieben. Da stellt sich natürlich die berechtigte Frage: Wieso sieht man hierzulande keine Gartenzwerge mehr? Chemnitz ist bekannt als naturnahe Stadt, Platz gäbe es hier genug, aber vielleicht wurden die fragilen Terrakotta-Figuren durch eine veränderte Nutzung von Vor- und Kleingärten verdrängt. Wo früher ordentliche Bürger mit guten Manieren ehrfürchtig die Zwergenwelten betrachteten, toben jetzt verzogene Kleinkinder, Radfahrer und riesige Hunde über die Rasenflächen. Außerdem wurden die Gartenzwerge als Inbegriff des Spießbürgertums, als Zeichen des schlechten Geschmacks verfolgt, mit einem Tiefpunkt des Ansehens Ende der 1960er Jahre. Eine weitere Gefahr für die Figuren entstand vor 10 Jahren durch die „Front zur Befreiung der Gartenzwerge“, deren Anhänger die Zwerge aus Vorgärten „befreiten“ und oft in ihrem „natürlichen Lebensraum“, den Wäldern aussetzten. Die verunsicherten Besitzer von Gartenzwergen verstecken derzeit offensichtlich ihre Lieblinge hinter hohen Hecken, in Kellern und Vitrinen.
Wer die Terrakotta-Wichtel in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt sehen möchte, muss nach Thüringen reisen. Hier werden die putzigen Figuren z. b. von der Gartenzwergmanufaktur Günter Griebel in liebevoller Handarbeit hergestellt. Dort gibt es auch ein geschütztes Gebiet für über 2500 Figuren, den Zwergenpark Trusetal. Reservate und Verstecke sind natürlich keine befriedigende Lösung. Gartenzwerge gehören in die Gärten einer modernen und toleranten Stadt wie Chemnitz. Bürger stellt eure 25 Millionen Lieblinge wieder selbstbewusst in die Öffentlichkeit!
Eine gefährliche Gruppierung, die FDP, wurde bekanntlich bei den letzten Wahlen auf Zwergenniveau geschrumpft. Wir müssen jetzt aufpassen, dass diese unberechenbare Splitterpartei in ihrer panischen Suche nach populären Betätigungsfeldern sich nicht der Gartenwichtelproblematik annimmt.Was aus den FDP Themen „mehr Netto vom Brutto, Postgesetz, Schlecker Insolvenz“ und „geordnete Insolvenz“ wurde konnte jeder verfolgen und vor diesem grausamen Schicksal sollten die Gartenzwerge bewahrt werden.

Lieber Herr Kummer,im
Unterricht habe ich gelernt, dass der Himmel blau ist, weil das
Wasser der Ozeane reflektiert wird und das nun mal die größten
Flächen unserer Erde sind. Meine Frage ist: Wenn es mit dem Anbau
von Raps so weiter geht, wird der Himmel dann bald gelb
leuchten?
Vielen Dank für diese interessante Frage. Was wurde dem Raps für eine großartige Zukunft prophezeit. Nach einem kümmerlichen Dasein als Rapsöl in der Küche, als Rapskissen in der Naturheilkunde zur Stärkung der geheimnisvollen Thymusdrüse und als Viehfutter, sollte die
Vielen Dank für diese interessante Frage. Was wurde dem Raps für eine großartige Zukunft prophezeit. Nach einem kümmerlichen Dasein als Rapsöl in der Küche, als Rapskissen in der Naturheilkunde zur Stärkung der geheimnisvollen Thymusdrüse und als Viehfutter, sollte die
genügsame, gelb blühende Pflanze,
neben dem Mais ( der Mais der Mais das ist ein Bengel – Der Mais
das ist die Wurst am Stengel ) der Energiespender von Morgen werden.
Bereits 1992 begann beispielsweise die Bundeswehr mit einem
Großversuch in Schleswig-Holstein, bei dem Panzer und LKWs der
18.Panzerbrigade Boostedt mit Kraftstoff aus Raps betrieben wurden.
Ein in den Berliner Reichstag eingebautes Rapsöl-Blockheizkraftwerk
liefert unseren Abgeordneten Strom und Wärme. Im Jahr 2006 wurden
1,2 Millionen Hektar, etwa ein Zehntel der gesamten bundesdeutschen
Ackerfläche, vom Rapsanbau belegt. Der Siegeszug der Energiepflanze
schien unaufhaltsam.
Durch das Auftauchen von Gerüchten, der Rapsanbau wäre pestizidverseucht, landschaftszerstörend und behindere die Nahrungsmittelproduktion, dazu die hysterische Reaktion des deutschen Wutbürgers, der seinem geliebten Fahrzeug keinen Agrosprit zumuten wollte, wurde das positive Image der Ölpflanze schwer beschädigt. Deshalb denke ich, der großflächige Rapsanbau hat bereits seinen Zenit überschritten. An Stelle dieser Pflanze werden momentan offensichtlich wieder Bäume angebaut. Von vielen Menschen unbemerkt, hat die Forstfläche mächtig zugelegt. Jedes Jahr kommen in Deutschland, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, über 10000 Hektar Wald hinzu. Außerdem haben wir ja noch die völlig sinnlos und von der gestaltenden Hand des Menschen unberührten, einfach vor sich hin wuchernden Urwälder vom Amazonas bis zur Taiga. Diese riesige, grün faulige Masse hat ein nicht zu unterschätzendes Färbepotenzial. Wenn wir jetzt nicht aufpassen, und das weitere Ausbreiten der Wälder auf unserem Planeten verhindern, könnte die Himmelsfarbe zumindest einen Grünstich bekommen.
Das viel besungene blaue Meer mit kristallklarem Wasser und weißen Stränden ist doch schon lange nichts als ein naives Ammenmärchen. Durch das emsige Entsorgen von Müll in die Ozeane hat sich beispielsweise im Pazifik ein bunter Plastikteppich, so groß wie Zentraleuropa gebildet. Nach der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko entstand ein riesiger, regenbogenfarben schillernder Ölfilm auf den Wellen des Atlantik. Durch das Einleiten von Millionen Litern verstrahlten Wassers in den Ozean vor Fukushima und dem planmäßigen versenken von alten russischen Atom U- Booten in der Bahrentssee, sind zukünftig interessante, unglaublich farbenprächtige Mutationen bei den dort vorkommenden Meereslebewesen zu erwarten.
Wenn all das reflektiert wird, sollten wir uns also eher auf einen knallbunten Partyhimmel über Chemnitz einstellen.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Durch das Auftauchen von Gerüchten, der Rapsanbau wäre pestizidverseucht, landschaftszerstörend und behindere die Nahrungsmittelproduktion, dazu die hysterische Reaktion des deutschen Wutbürgers, der seinem geliebten Fahrzeug keinen Agrosprit zumuten wollte, wurde das positive Image der Ölpflanze schwer beschädigt. Deshalb denke ich, der großflächige Rapsanbau hat bereits seinen Zenit überschritten. An Stelle dieser Pflanze werden momentan offensichtlich wieder Bäume angebaut. Von vielen Menschen unbemerkt, hat die Forstfläche mächtig zugelegt. Jedes Jahr kommen in Deutschland, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, über 10000 Hektar Wald hinzu. Außerdem haben wir ja noch die völlig sinnlos und von der gestaltenden Hand des Menschen unberührten, einfach vor sich hin wuchernden Urwälder vom Amazonas bis zur Taiga. Diese riesige, grün faulige Masse hat ein nicht zu unterschätzendes Färbepotenzial. Wenn wir jetzt nicht aufpassen, und das weitere Ausbreiten der Wälder auf unserem Planeten verhindern, könnte die Himmelsfarbe zumindest einen Grünstich bekommen.
Das viel besungene blaue Meer mit kristallklarem Wasser und weißen Stränden ist doch schon lange nichts als ein naives Ammenmärchen. Durch das emsige Entsorgen von Müll in die Ozeane hat sich beispielsweise im Pazifik ein bunter Plastikteppich, so groß wie Zentraleuropa gebildet. Nach der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko entstand ein riesiger, regenbogenfarben schillernder Ölfilm auf den Wellen des Atlantik. Durch das Einleiten von Millionen Litern verstrahlten Wassers in den Ozean vor Fukushima und dem planmäßigen versenken von alten russischen Atom U- Booten in der Bahrentssee, sind zukünftig interessante, unglaublich farbenprächtige Mutationen bei den dort vorkommenden Meereslebewesen zu erwarten.
Wenn all das reflektiert wird, sollten wir uns also eher auf einen knallbunten Partyhimmel über Chemnitz einstellen.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Lieber Herr Kummer,
als Neuling in
Chemnitz ist mir folgende Wandbemalung aufgefallen: "Kein Sex
mit Nazis". Seit Tagen sinniere ich nun darüber, ob es
tatsächlich der Chemnitzer Gepflogenheit entspricht, sich sexuell
nicht mit Nazis einzulassen. Aus Berlin weiß ich, dass dort kein
nennenswerter Unterschied im Hinblick auf die politische Gesinnung
gemacht wird und alles was nicht bei 3 auf den Bäumen ist...aber
lassen wir das, es geht hier ja um Chemnitz. Wie verhalte ich mich
nun regelkonform, wenn ich einer hübschen Nazibraut begegne?
Danke zunächst für
diese knifflige Frage. Es hat sicher Einiges an Überwindung
gekostet, sich mit einer solch delikaten und intimen Frage an die
Öffentlichkeit zu wagen. Zunächst einige Worte zu Berlin: In
unserer Hauptstadt besteht bekanntlich ein großer Mangel an
attraktiven Frauenzimmern und immer, wenn Chemnitzerinnen auf
Stipvisite in der Metropole weilen, wundern sie sich über die
Aufdringlichkeiten und das brünstige Verhalten der dort beheimateten
Bürger. Besonders schlimm scheint die Situation in den schwäbischen
Enklaven Prenzlauer Berg und Mitte zu sein. Gockelhaft auftretende
Jungmänner übertünchen ihre sexuelle Frustration nur mühsam und
wehe ein sächsisches Mädchen kommt diesen
Kaffee-Latte-Bionade-Teufeln zu Nahe. Dort wird genommen was kommt.
Klassen-, Alters- oder politische Unterschiede werden einfach
beiseite gewischt.
Gänzlich anders stellt
sich die Situation in Chemnitz dar. Hier herrscht ein Überangebot an
intelligenten, gutaussehenden, liebevollen Damen. Demokraten,
Linksradikale oder Liberale müssen bei der Partnersuche nicht in
feindlichen Gefilden wildern. Politisch korrekte Backfische und
emanzipierte Schönheiten bevölkern in großer Zahl die öffentlichen
Straßen und Plätze unserer Heimatstadt. Oder geradeaus gesagt: Für
jeden Topf findet sich der passende Deckel.
Die
Chancen, unvermittelt auf eine hübsche Nazibraut zu treffen, stehen
ohnehin nicht sehr gut, denn bekanntlich herrscht in rechtsextremen
Gruppierungen ein gewaltiger Männerüberschuss. Die wenigen
weiblichen Mitläuferinnen werden dort, ob hübsch oder nicht,
eifersüchtig gehütet wie seltene Juwelen. Wie begehrt eine der
wenigen, weltanschaulich gefestigten Kameradinnen in der rechten
Szene sind, zeigte sich am Beispiel der NSU Maid Beate Zschäpe. Mit
Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt war sie wechselweise zusammen. Thomas
S. war ihr Liebhaber, Horst M. hätte gern etwas mit ihr angefangen.
Ralf W. machte ihr schöne Augen und Ricardo D. schmachtete sie an,
dabei war die Zschäpe noch nicht einmal sonderlich attraktiv.Eine
willige, freilaufende und auch noch gutaussehende Neonazissin zu
finden, dürfte also sehr sehr schwierig sein.
Ein
Problem stellt natürlich auch der Slogan selbst dar. Viellleicht ist
"Kein Sex mit Nazis" ja auch nur eine nüchterne
Feststellung. Paarungswillig können aus biologischen Gründen nur
die Neonazis sein. Ein echter Original-Nazi ist meist um die
80 Jahre alt und erweckt höchstwahrscheinlich keinerlei Gelüste
mehr. Aus den genannten Gründen war es in Chemnitz bislang nicht
nötig, feste Regeln für den Umgang mit Nazibräuten aufzustellen.
Falls
aber doch der extrem unwahrscheinliche und unnötige Fall einer
geschlechtlichen Verschmelzung mit einer Rechtsextremistin
eingetreten sein sollte, will ich an dieser Stelle erwähnen, dass
auch aus Nazikindern etwas Ordentliches werden kann. Albert Speer
Junior oder Monika Hertwig geb.Göth seien stellvertretend genannt.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Lieber Herr Kummer,
immer öfter hört man auch in
Chemnitz vom Phänomen des sogenannten Hipsters. Offenbar genießt
diese neue Jugendgruppe in der Öffentlichkeit jedoch kein hohes
Ansehen. Noch irritierender ist der Umstand, dass die als Hipster
bezeichneten sich dieser Gruppe gar nicht zugehörig zu fühlen
scheinen. Was ist dieser Hipster eigentlich? Darf man einer sein?
Oder sollte man dies tunlichst vermeiden?
Vielen Dank für diese interessante
Frage.
Lesen wir zur Einstimmung, was der
große Sowjetdichter Majakowski über die Jugend schrieb:
Nein nicht jene sind jung die gelümmelt
ins Boot und auf Wiesen
mit Gröhlen und Johlen den Trunk sich
hinter die Binde gießen.
Nicht jene nenne ich jung, die nachts,
unter Frühlingshimmeln,
als Modenarren mit Schwung glockenhosig
am Bummelplatz bimmeln.
Nein, nicht jene sind jung, die des
Lebens Frührot-Freuden
beim frühsten Knospensprung in
Liebschaften billig vergeuden.
Heißt dies etwa Jugend? Nein!
Es genügt nicht 18 zu sein.
Jung nenne ich jene unverzagt, der zur
gelichteten Kampfschar der Alten im Namen der Nachgeborenen sagt:
`Wir werden das Dasein neu gestalten!`
Jugend – der Name ist Gabe, die ehrt
an die junge Garde der Zukunftswacht
an den der uns streitbaren Frohsinn
beschert
und unsere Werktage glückhaft macht.
Was sind Hipster?
In der Berliner Forschungsstelle
„Archiv der Jugendkulturen“ die eigentlich ein wachsames Auge auf
alle relevanten Jugendbeschäftigungen hat, wird diese Strömung
bislang ignoriert. Eine historische Definition findet sich aber in
den USA. Hier entstand das klassische Hipstertum in den 20er Jahren.
Als „hep cats“ wurden Leute bezeichnet, die sich mit der
aufkeimenden Jazz-Kultur identifizierten. Aus hep, so eine Theorie,
wurde hip, bis der Begriff Hipster weitreichende Popularität durch
den Boogie-Pianisten Harry "The Hipster" Gibson erlangte.
Heute sind Hipster keine Jazzfans,
sondern junge modebewusste Leute, die sich in Röhrenjeans quetschen,
Nerdbrillen tragen, sich asymetrisch frisieren und sich komische
Bärte wachsen lassen. Sie sind ein bißchen androgyn, aber keine
Softies. Sie sind Musikinteressenten, aber keine Fans. Sie geben sich
radikal, aber hängen an ihren Privilegien. Es ist eine rein
ästhetische Jugendkultur, ohne Ideologie oder gesellschaftliche
Ziele. Hipster lieben ausschließlich das stylische
Herrschaftswissen, das sie vom ahnungslosen Provinz-Normalo abgrenzt.
Schwierig wird es, wenn H&M plötzlich Jutebeutel und Trucker
Caps verkaufen oder Guido Westerwelle und Alexander Dobrindt
Hornbrillen tragen. Nun droht der coole Status des Bescheidwissers
verloren zu gehen. Der Hipster muss schnell zum nächsten Objekt
hetzen, bevor die Massenkultur es vereinnahmt. Sein Geschmack muss
als erstes anzeigen, was nun cool ist. In einer von Krisen und
Umbrüchen geschüttelten Welt wirkt das natürlich etwas
oberflächlich und deshalb streitet der Hipster energisch ab ein
solcher zu sein.
Heutzutage darf der Jugendliche
eigentlich alles sein. Wenn man Abgrenzung, Narzissmus und ein Gefühl
der Überlegenheit mag, auch ein Hipster. Ob einem das gefällt, ob
man so etwas vermeiden möchte, sollte jeder für sich selbst
beantworten.
Die Zeit anzuhalten, vermag ohne
Zweifel auch der flotteste Hipster nicht, irgendwann verwandelt er
sich in einen der Lohas ( Lifestyle of Health and Sustainabillity )
und später zwangsläufig in einen Best Ager und Mitglied der Silver
Generation.
Und zum Abschluss nochmal der große
Majakowski:
Ist die Jugend unser Schmied,
sei ihr Hammer, du, mein Lied